Heimat-, Kultur - und Museumsverein Abbenrode e.V.



 

Brauers Mühle - Mühlenwinkel Nr. 7 (früher Nr. 1)

1148 als Klostermühle genannt. Es bleibt immer noch die Frage offen, wo genau die Klostermühle gestanden hat.
War es das Grundstück Mühlenwinkel Nr. 1 = Brauer - Siebrecht oder Mühlenwinkel Nr. 2 = Scheel / Weißbach?

Aufgrund der Anlage des Freigrabens, der bei W. Fulst vom Mühlengraben in die Wiesen abgeht und hinter Brauers Mühle wieder in den Mühlengraben mündet und der Tatsache, dass die ersten Mühlen in Norddeutschland mit unterschlächtigen Wasserrädern ausgestattet waren, ist davon auszugehen, dass die Brauersche Mühle als erste Mühle von Abbenrode und damit als Klostermühle zu bezeichnen ist, wobei beide Grundstücke wahrscheinlich früher zum Kloster gehörten.

1148 Klostermühle Abbenrode

1545 Klostermühle Abbenrode. Endgültiges Ende des Klosters Abbenrode (siehe Geschichte Kloster Abbenrode!)

1600 − 1800 ?

1854 urkundlich erwähnt als Friedrich Fulstsche Mühle, daselbst mit 2 oberschlächtigen Wasserrädern, 2 Mahlgängen, 2 Graupengängen und einen Spitzgang.

1860 urkundlich erwähnt als der Mühlenbesitzer Fulst mit seiner und der ehemals Brettschneiderschen Mühle (Scheel I Weißbach) aufgeführt.

1870 heiratet Karl Heymann die Tochter des Mühlenbesitzers und Dorfschulzen (Bürgermeister) Friedrich Fulst. Die Ehe bleibt kinderlos. Nach dem Tode seiner Frau, erbt Karl Heymann den Hof und die Mühle.

1904 erwirbt Hermann Brauer aus Groß Himstedt durch Kauf die Mühle und den Hof von Karl Heymann. Hermann Brauer betreibt nur noch die Ölmühle bis ca. 1932.

1934 heiratet Hermann Brauer Gertrud Tiefenbach (Schwester von Gustl Siebrecht), die nach dem Tode von Hermann Brauer (1941) Eigentümerin wird.

Sie vererbt 1949 den Klostermühlenhof an ihren Neffen, Martin Siebrecht von der Siebrechtschen Mühle aus Abbenrode.

Martin Siebrecht nimmt 1952 den Namen Martin Brauer-Siebrecht an.

Der Brauersche Hof wird 1954 Volkseigentum.

In der Folgezeit betreibt die LPG „Karl Marx” u.a. Hühnermast und später Schweinemast in den Wirtschaftsgebäuden. In den achtziger Jahren wird durch das Grenzregime das Wohnhaus und ein Nebengebäude abgerissen. Der verbliebene Stall und die Scheune werden als Mastställe weitergenutzt bis zur Wende. Die Hofstelle und ein Teil der landwirtschaftlichen Flächen sind heute wieder Eigentum der Familie Brauer-Siebrecht.

C.B.-S / Chronik Abbenrode

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mühle Scheel/Weißbach - Mühlenwinkel Nr. 5 (früher 2)
 
1853 Christian Müller, Mühle zu Abbenrode
1854 Brettschneidersche Mühle zu Abbenrode
mit wahrscheinlich 3 oberschlächtigen Wasserrädern mit 3 Mahlgängen, einen Graupengang, eine Sägemühle mit einem Gatter.
1860 Friedrich Fulst
1902 Fulst-Minte-Oelmühle
Holzmehlmühle, Pächter und Betreiber der Sägemühle mit Fassfabrik ist Louis Otto.
Die Mühle brennt ab.
1903 Schneidermeister Heinrich Deider kauft das Haus mit Grundstück.
1905 Ingenieur Hans Toellden kauft das Grundstück.
1906 Es wird ein neues Mühlenrad aus Stahl mit einem Durchmesser von 5,60m zur Stromerzeugung mit Dynamo eingebaut.1907 wird auch noch eine Dampfmaschine angeschafft, die bei Eis oder zu wenig Wasser den Dynamo antrieb. Von der Eichbornquelle wird eine zusätzliche Wasserleitung gelegt.
Ab 1906 wurde Gleichstrom für Abbenrode und Lochtum geliefert. Bei Wilhelm Schillig arbeitete in der Böttcherei die erste Kreissäge 1907.
Durch Umstellung auf Wechselstrom und Anschluss an die Derenburger Stromversorgung wird die Stromerzeugung eingestellt.
1920 Ingenieur Kurt Wrede aus Helsingfor in Finnland kauft die Mühle und überschreibt das Mühlengrundstück seiner Schwester Luci Freede. Sie heiratet später einen Scheel, der für wenige Jahre eine kleine Oelmühle betreibt. Seit ca. 1930 arbeitet die Mühle nicht mehr.
1968 Frau Luci Scheel veräußert das Grundstück nach 1968 an Familie Weißbach, die es heute noch bewohnt.


Die Reste des baufälligen Mühlengebäudes werden 2001 bis auf die Grundmauern abgerissen. An seiner Stelle steht heute das Einfamilienhaus von Rico Rennecke.
Zuvor hatte der Heimatverein Abbenrode nach Möglichkeiten gesucht, dass alte Eiserne Mühlenrad zu bergen. Nach Inspektion der Radstube musste aber von dem Vorhaben Abstand genommen werden, da der Zerfallsprozess des Rades zu weit fortgeschritten war. Als Anschauungsobjekt wurde aber von der Familie Weißbach ein Segmentteil des Rades zur Verfügung gestellt.

C.B.-S./Familie Weißbach