Die wechselvolle Geschichte der Eckertalsperre

Die wechselvolle Geschichte der Eckertalsperre

Die idyllisch im Vorharz gelegene Eckertalsperre und ihre fast 90 – jährige Geschichte waren Thema des 2. Heimatnachmittages am 21.03.2026. Fast 50 Zuhörer füllten den Saal des Heimatvereins. Lothar Engler aus Wiedelah sprach über die Entstehungsgeschichte dieses imposanten Bauwerks im Nordharz anhand  zahlreicher historischer Aufnahmen. Er  hob auch die einmalige Sonderstellung der Talsperre als Teil der innerdeutschen Grenze im Harz hervor.

Das Sperrwerk wurde von 1938 bis 1943 unter schwierigen Bedingungen erbaut. Es diente dem Hochwasserschutz, der Energiegewinnung, der Trinkwasserversorgung sowie der Wasserversorgung für die aufblühende Industrie in Salzgitter und Wolfsburg. Nach Ende des 2. Weltkrieges stand die Talsperre plötzlich im Mittelpunkt der Weltpolitik. Die Grenze teilte den Stausee und verlief mitten durch die Staumauer, weil das Flüsschen Ecker früher die Grenze zwischen den Provinzen Sachsen und Hannover war. Die Alliierten zogen genau durch den Fluss und den Stausee die Trennung zwischen der britischen und der sowjetischen Besatzungszone. Die damit verbundenen, teilweise kuriosen Umstände und das Tauziehen um die Nutzung des Wassers und den Betrieb der Talsperre, zogen die Anwesenden in ihren Bann. Erstaunen löste die Aussage von Engler aus, dass er selbst mit einem „Einmann-U-Boot“ als ausgebildeter Taucher die Grenze im See auf westlicher Seeseite befuhr. Ein Bild untermauerte die Aussage. Nach Ende des Vortrages wurde aber diese Aussage als Fake widerrufen und Engler hatte die Gelächter der Gäste auf seiner Seite. Dass die westlichen Talsperrenmitarbeiter und Betreiber der Eckertalsperre bei ihrem Kontrollgang in der Mauer sich zeitweise auf DDR-Territorium befanden, entspricht aber der Wahrheit.

Nach dem Mauerfall am 09. November 1989 in Berlin und dem Fall der innerdeutschen Grenze ab dem 11.11.1989 in Eckertal/Stapelburg wurde auch der Weg über die Staumauer am 01. April 1990 wieder geöffnet. Fortan ist die Eckertalsperre ein beliebtes Ausflugsziel.

Im Anschluss zeigte Lothar Engler noch den MDR-Beitrag aus dem Jahr 2018 mit dem Titel „Geteiltes Wasser“.

Die Reihe der Abbenröder Heimatnachmittage wird am 25.04.2026 mit dem Thema „Die Abbenröder Erbhöfe“ fortgesetzt.

Andreas Weihe

Lothar Engler nahm die Gäste auf eine fast 90 – jährige Zeitreise über die Eckertalsperre mit. Foto A. Weihe
Engler verstand es, mit einigen Anekdoten und Begebenheiten rund um die Eckertalsperre, die Gäste in seinen Bann zu ziehen. Foto A. Weihe
Geteilte Mauer Foto: Archiv Engler
Die Eckertalsperre, im Hintergrund ist der Scharfenstein mit die Grenzkaserne zu sehen. Foto: Archiv Engler
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