Wichtige Reparatur am Rad der Wassermühle Otto erfolgreich durchgeführt

Wichtige Reparatur am Rad der Wassermühle Otto erfolgreich durchgeführt

 Abbenrode ist mit seiner über 900-jährigen Mühlentradition seit Jahren Ziel vieler Mühlenfans und Besucher aus ganz Deutschland. Nicht nur zum Mühlentag am Pfingstmontag, sondern auch das ganze Jahr über.

Schon lange beobachteten die Mühlenfreunde in Abbenrode mit großer Sorge den langsamen Befall des Rades durch Fäulnis. Da das Rad nicht im Dauerbetrieb laufen kann, ist es diesem Feind aller Holzräder ausgesetzt. Durch fehlende Wasserrechte für die Entnahme des Wassers aus dem vorbeifließenden Mühlengraben war der Mühle Otto nur Leben durch einen geschlossenen Wasserkreislauf mittels Pumpe einzuhauchen. Wegen des ungünstigen Raumklimas in der „Radstube“ war besonders der Innenkranz des Rades befallen. Ständig größer werdende Faulstellen ließen das einströmende Wasser nicht nur in die Schaufeln laufen sondern vorher ins Innere des Rades. Das führte zu immer mehr Leistungsverlust.

Nun war es an der Zeit zu handeln. Durch Zufall konnte Andreas Weihe im letzten Jahr Kontakt zu Kilian Dewitz, Zimmerermeister aus Osterode am Fallstein, aufnehmen. Da es in der Umgebung kaum noch Mühlenbauer gibt, war der Heimatverein froh, hier eine kostengünstige und professionelle Unterstützung zu bekommen.

Nach einigen Terminen vor Ort wurde die Reparatur für Anfang des Jahres 2026 geplant, denn ab Frühjahr sollte die Mühle wieder laufen.

Dann ging alles sehr schnell. Auch wenn die Temperaturen um die – 5 Grad lagen wurde mit der „OP“ begonnen.

Ablauf der Reparatur

Das oberschlächtige Wasserrad der Wassermühle Otto in Abbenrode wurde vom 21.01. bis 23.01. 2026 vor Ort im eingebauten Zustand restauriert. Ziel der Maßnahme war, die Funktion zu sichern und die Lebensdauer des 23 Jahre alten Eichen-Wasserrades zu verlängern. Ausgeführt wurden die Arbeiten von Kilian Dewitz aus Osterode am Fallstein, geprüfter Restaurator (Master Professional) im Zimmererhandwerk sowie dem Tischler Emil Petrick, ebenfalls aus Osterode am Fallstein.

Am Wasserrad zeigten sich Schäden durch holzzerstörende Pilze. Mit großer Wahrscheinlichkeit handelt es sich um einen Befall durch den Weißfäule erregenden Schmetterlingsporling, auch wenn dies nicht laborseitig bestätigt ist. Aus Kostengründen beschränkte sich die Restaurierung auf die wesentlichen Bauteile, die im betroffenen Bereich durch den Pilz deutlich geschädigt waren. Erneuert wurden die gesamten Radbodenbretter, rund 130 Stück, die die Innenverkleidung im Umfang des Wasserrades bilden. Zusätzlich wurden sechs Riegelbretter ausgetauscht, die den Boden der Schaufeln bilden. Insgesamt umfasst das Rad 24 Schaufeln. Außerdem musste über eine Länge von etwa 1,2 m eine der zwei Felgen vollständig ersetzt werden, in denen die Setzbretter und Riegelbretter der Schaufeln eingestemmt sind. Dafür wurde auch der betroffene „Radarm“ im entsprechenden Bereich überarbeitet, an dem die Felgen angebolzt sind. Das Wasserrad hat einen Umfang von 6,25 m ( 2 m Durchmesser) und eine Breite von 1,95 m.

Die Restaurierung konnte innerhalb von 2,5 Tagen erfolgreich abgeschlossen werden, sodass das Wasserrad für die nächsten Jahre erhalten bleibt. Aktuell befindet es sich in Winterruhe und wird ab April wieder in die neue Saison starten. Da das Wasserrad in einem abgeschlossenen Raum über dem Wasser steht, ist der Standort besonders anfällig für holzzerstörende Pilze. Um die Bedingungen langfristig zu verbessern, wird derzeit an einer besseren Lüftung gearbeitet, damit das Holz künftig schneller abtrocknen kann. Der Heimatverein Abbenrode leistet damit einen wichtigen Beitrag zum Erhalt regionaler Technikgeschichte und sorgt dafür, dass die Mühle auch in Zukunft ein lebendiger Anlaufpunkt im Ort und Nordharz bleibt. Der Heimatverein Abbenrode dankte den beiden Handwerkern für die schnelle Hilfe. Fotos: A. Weihe

Andreas Weihe

Ausbau der schadhaften Bretter vom Innenkranz
Reparatur Außenwange im Rad bei minus 5 Grad – Respekt!
Verfaultes Radsegment am Rad
Ausgebautes Radsegment – es muss ersetzt werden.
Die Bodenbretter zwischen den Schaufeln und Innenkranz waren durchgefault.
Einbau der Eichenbretter für den neuen Radkranz.
Der neue Innenkranz des Rades ist fertig.
Die beiden Handwerker, Tischler Emil Petrick (li.) und Zimmermann Kilian Dewitz aus Osterode am Fallstein, haben professionelle, schnelle und gute Arbeit geleistet.
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